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Study abroad: Wege und Tipps für Studierende

Auf unserem Blog haben wir bereits mehrfach von den spannenden Auslandserfahrungen unserer Studierenden berichtet. In diesem Beitrag erfahrt ihr ganz konkret, wie ihr selbst einen Auslandsaufenthalt planen und realisieren könnt – gerade internationale Studierende sollten sich vorab gut informieren. TU-Student Daniel aus Kolumbien hat einige Zeit in Japan verbracht. Im Interview erzählt er, welche Hürden er meistern musste, und gibt Tipps für eine erfolgreiches Semester in Tokyo.

Eure erste Anlaufstelle sollte das Internationale Zentrum Clausthal (IZC) sein. „Wenn ihr euch für ein Auslandsstudium oder -praktikum interessiert, kommt am besten zuerst zu unserer Gruppenberatung im IZC“, empfiehlt Markus Heidemann, der am IZC für den Bereich „Outgoing Mobility Worldwide“ zuständig ist. „Die Gruppenberatung bieten wir aktuell jeweils am zweiten Dienstag im Monat auf Deutsch und Englisch an.“ Hier erhaltet ihr einen ersten strukturierten Überblick über verschiedene Programme, Fördermöglichkeiten und Wege ins Ausland.

Im Anschluss an die Gruppenberatung könnt ihr einen individuellen Termin mit den zuständigen Ansprechpersonen des IZC vereinbaren. Für Auslandsaufenthalte innerhalb Europas unterstützt euch Bettina Sekler (bettina.sekler@tu-clausthal.de), für Ziele außerhalb Europas ist Markus Heidemann (markus.heidemann@tu-clausthal.de) eure Ansprechpartner. In diesen persönlichen Beratungsgesprächen könnt ihr eure Pläne im Detail besprechen und gemeinsam die nächsten Schritte festlegen.

Internationale Studierende

„Unser Angebot steht allen Studierenden der TU Clausthal offen“, betont Markus Heidemann. „Wir merken aber, dass vor allem internationale Studierende immer mehr Interesse an einem Auslandssemester zeigen.“FormularbeginnFormularende

Falls ihr bereits einen Aufenthaltstitel für euer Studium in Deutschland besitzt, solltet ihr unbedingt klären, wie ihr nach dem Auslandsaufenthalt wieder problemlos nach Deutschland einreisen könnt. Insbesondere wenn ihr nicht aus dem EU-Ausland an die TU Clausthal gekommen seid, können zusätzliche Visa- oder Einreisekosten auf euch zukommen. Informiert euch daher frühzeitig über die für euer Herkunftsland geltenden Regelungen.

Wie das IZC euch unterstützt:

  • Beratung bei der Auswahl einer passenden Partnerhochschule in Europa und weltweit, die sowohl fachlich als auch organisatorisch für euch in Frage kommt
  • Begleitung während des gesamten Bewerbungsprozesses an der Partnerhochschule – von der Programmauswahl über das Zusammenstellen der Bewerbungsunterlagen bis hin zur Einhaltung wichtiger Fristen
  • Unterstützung bei der Klärung individueller Fragen durch den direkten Kontakt mit Ansprechpersonen an den Partnereinrichtungen, z.B. zu Kursangeboten, Sprachanforderungen, Betreuungsstrukturen oder speziellen Regelungen für internationale Studierende
  • Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt, etwa durch Fremdsprachenkurse und interkulturelle Trainings am Sprachenzentrum des IZC

Erfahrungsbericht von Daniel

Daniel Garcia Vasquez kommt ursprünglich aus Kolumbien und hat an der TU Clausthal Informatik studiert. Während seines Bachelorstudiums war er unsicher, ob ein Auslandssemester für internationale Studierende überhaupt möglich ist. Mit der Unterstützung des IZC wagte Daniel den Schritt und nahm zunächst an der einmonatigen Summer School der Kanagawa University in Yokohama teil. Anschließend absolvierte er sogar zwei Austauschsemester am Shibaura Institute of Technology (SIT) in Tokyo, einer japanischen Partneruniversität der TU Clausthal.

Im Interview berichtet Daniel, auf welche besonderen Herausforderungen internationale Studierende bei der Planung und Umsetzung eines Auslandsaufenthalts stoßen können und wie er diese gemeistert hat.

Was musstest du vor deiner Einreise in Japan klären?

Daniel: Um ein Visum im japanischen Konsulat zu beantragen, brauchte ich das Certificate of Eligibility. Dieses ist nach meiner Zulassung durch das SIT in Japan erstellt worden und musste mir per E-Mail zugeschickt werden. Es hat jedoch sehr lange gedauert, bis ich diese Nachricht bekommen habe, was dazu führte, dass ich letztendlich lange auf mein Visum warten musste. Dadurch wiederum konnte ich zunächst weder eine Unterkunft reservieren noch Flugtickets kaufen. Nachdem ich die erforderlichen Dokumente vorliegen hatte, ging die Visumsbeantragung im Konsulat relativ schnell.

Wie lief die Registrierung in Japan ab?

Daniel: Am Anfang müssen sich die internationalen Studierenden bei der Stadtverwaltung anmelden. Hierfür musste ich rund drei Stunden im Bürgerbüro meines Stadtbezirks warten, aber dann ging es recht zügig und die Beamten sprachen recht gut Englisch. 

Auch um die gesetzliche Krankenversicherung musste ich mich anfangs kümmern. Nach der Anmeldung schickt die Versicherung monatliche Rechnungen. Ein japanisches Bankkonto musste ich nicht eröffnen, weil ich auch keinen Nebenjob hatte. Mir genügte eine Online-Bank. 

Welche Rolle spielte das Thema Visum bei der Rückreise nach Deutschland?

Daniel: Da ich als Kolumbianer ein Studentenvisum für Deutschland hatte, mit dem Studierende höchstens für sechs Monate Deutschland verlassen dürfen, musste ich mich während des zweiten Semesters in Japan um ein neues Studentenvisum für Deutschland kümmern. Das stellte sich als großes Problem heraus, weil ich über zwei Monate lang keinen Termin in der deutschen Botschaft in Tokyo bekam.

Als ich den Termin endlich hatte, brachte ich alle erforderlichen Dokumente mit. Aber die Botschaftsmitarbeiter konnten nicht sagen, ob und wann ich das Visum bekommen würde. Das bedeutete wieder viel Unklarheit und Stress für mich, weil ich auch keine Flugtickets nach Deutschland kaufen konnte. Ich hätte aber auch nicht einfach in Japan bleiben können.

Fünf Tage vor Ablauf meines Aufenthaltstitels in Japan, ungefähr vier Wochen nach meinem Termin in der deutschen Botschaft, bekam ich endlich mein Visum für Deutschland. Einen Tag vor Ablauf meines japanischen Aufenthaltstitels bin ich schließlich nach Deutschland geflogen. Es war wirklich stressig und knapp!

Wenn ich früher gewusst hätte, wie schwierig es ist, einen Termin in der deutschen Botschaft zu bekommen, hätte ich mich gleich zu Beginn meines zweiten Semesters um den Termin gekümmert.

Wie viel Budget sollte man einplanen?

Daniel: Das Leben in Tokyo ist teuer, rund 10.000 Euro sollte man schon für die zwei Semester einplanen. Essen gehen in Restaurants oder Lebensmittel einkaufen ist sogar fast günstiger als in Deutschland. Aber die Wohnungsmiete und die Mobilität kosten viel Geld. Meine Wohnung war mit sieben Quadratmetern sehr klein und hat mich pro Monat 500 Euro gekostet.

Ist ein Auslandsaufenthalt empfehlenswert für (internationale) Studierende?

Daniel: Ich nehme nicht nur eine große Wertschätzung gegenüber der japanischen Kultur und gegenüber dem respektvollen Umgang mit anderen Menschen mit, sondern auch viele Bekanntschaften aus Japan. Während der Summer School an der Kanagawa University war ich in einer Gastfamilie untergebracht, die ich während meiner Zeit in Tokyo auch mehrmals besucht habe. Zu ihnen möchte ich unbedingt auch wieder reisen. Demnächst werde ich nach Frankreich fahren und französische Freunde aus meiner Zeit am SIT besuchen. 

In Japan war sicherlich nicht alles perfekt, aber die Zeit war so schön, ich kann so etwas nur jedem empfehlen! 

Ihr habt Fragen, Anregungen oder einen Themenvorschlag für einen Blogbeitrag? Dann schreibt uns eine E-Mail: blog@tu-clausthal.de