Vom Hörsaal auf die Kampfmatte
Fynn Maliska vertritt die TU Clausthal bei den University Championships und zeigt euch, wie ihr über den Hochschulsport den Sprung auf die internationale Bühne schafft.
Seit er vier Jahre alt ist, hat Karate einen festen Platz im Leben von Fynn Maliska. Der 22-Jährige ist bereits bei über 200 Wettkämpfen angetreten und hat trotzdem noch lange nicht genug. An der TU Clausthal studiert er im vierten Semester Sportingenieurwesen und ist damit berechtigt, an den University Championships teilzunehmen: Diese finden jedes Jahr europaweit und alle zwei Jahre weltweit statt. Hier treffen internationale Athletinnen und Athleten aus der Hochschullandschaft aufeinander.
Aktuell bereitet sich Fynn intensiv auf die European University Championships (EUC) Combat Sports vor, die im September 2026 in Albanien stattfinden. Dort tritt er für die TU Clausthal an und kann erneut Wettkampferfahrung auf internationalem Niveau sammeln. Im Juni nahm er bereits an den World University Championships (WUC) Combats Sports in Brasilien teil. Neben spannenden Kämpfen konnte er wertvolle Kontakte knüpfen und viele Eindrücke mit nach Hause nehmen.
Hohes Niveau in Brasilien
Am Wochenende vor dem Turnier reiste Fynn nach Brasilia, die Hauptstadt des Landes. Begleitet wurde er dabei von Athletinnen und Athleten aus seiner Sportart – darunter auch ein guter Freund von der HMU Erfurt. „Man kennt sich nach so vielen Jahren in dem Sport untereinander“, sagt Fynn.
Beim Karate treten die Teilnehmenden in verschiedenen Disziplinen und Gewichtsklassen gegeneinander an. Fynn startete im Kumite („Begegnung der Hände“) in dreiminütigen Kämpfen, in denen Punkte gesammelt werden. Das Turnier wurde im KO-System ausgetragen: Weiter kam jeweils nur der Gruppensieger. Die Gruppen wurden zu Beginn fair ausgelost.
„Das Niveau war sehr hoch“, berichtet er. Unter den knapp 30 Teilnehmern in seiner Klasse waren einige, die auch zur Weltmeisterschaft geschickt werden. In seiner Gruppe traf er direkt auf zwei Athleten aus Nordmazedonien und der Türkei, die später Gold und Bronze gewannen. „Da habe ich bei der Auslosung einfach Pech gehabt. Die Kämpfe haben mir aber trotzdem Spaß gemacht“, so Fynn.
Da seine Kämpfe bereits früh in der Woche stattfanden, blieb noch Zeit für Sightseeing. Mehrere Sportlerinnen und Sportler schlossen sich zusammen und erkundeten die Stadt: Sie besuchten den Nationalpark, die große Kathedrale und probierten sich durch die lokale Küche. Auch die Wettkämpfe anderer Sportarten in den Nachbarhallen wie etwa Ju-Jutsu und Ringen konnten sie sich ansehen.
Während des Turniers erhielten alle Athletinnen und Athleten Ansteckpins, die sie untereinander austauschten. „Ich habe jetzt glaube ich zwölf internationale Pins getauscht“, erinnert er sich. Für ihn war das Turnier daher auch eine gute Gelegenheit, in der Hochschul-Szene neue Kontakte zu knüpfen.
Unterstützung durch die TU Clausthal
Neben den Hochschulformaten startet Fynn schon seit Jahren in der offenen Wettkampflandschaft. Parallel zum Studium möchte er den Sport weiterhin auf hohem Niveau ausüben. In der Leistungsklasse 1. Herren sind Athleten im Schnitt etwa 35 Jahre alt, wenn sie ihre Karriere beenden; Fynn hat also noch viel vor. „Die Unimeisterschaften haben ein tolles Niveau und die internationalen Reisen sind ein großer Pluspunkt. Alles in allem macht es echt Bock.“
Auch die Unterstützung der TU Clausthal macht für ihn einen spürbaren Unterschied: „Ich bekomme echt viel Rückhalt und werde zum Beispiel für die Reisen von Praktika und Vorlesungen freigestellt“, sagt er. Besonders wichtig sei dabei die finanzielle Unterstützung, da er die Wettkämpfe auf Dauer nicht aus eigener Tasche stemmen könne. Sebastian Sdrenka, Leiter des Sportinstituts, freut sich sehr über die Teilnahme von Fynn: „Die Teilnahme einer unserer Studierenden bei zwei sehr hochklassigen Wettkampfformaten ist auch ein großer Erfolg für die TU Clausthal.“
„Mir gefällt es sehr gut an der TU Clausthal“, erzählt Fynn weiter. Sein Studiengang Sportingenieurwesen hat ihn besonders überzeugt und stellt die Weichen für seine berufliche Zukunft. Später möchte er in den Bereich Entwicklung von Sportgeräten gehen.
Fit bleiben für Albanien
Angetrieben von seinem WUC-Erlebnis nimmt Fynn jetzt wieder den normalen Trainingsrhythmus auf. Schon im September stehen die alljährlichen European University Championships in Tirana, Albanien, an. „Bei den EUC ist die Qualifikation etwas entspannter, da man nicht für Deutschland direkt antritt, sondern für die eigene Universität.“
Seit seinem Studienbeginn trainiert er in der Budo Sportschule Goslar; fünf Trainingseinheiten pro Woche sowie fast täglich Fitnessstudio gehören für ihn zu seinem Alltag. In Goslar hat er zudem einen guten Trainingspartner gefunden. Zwar startet dieser eine Gewichtsklasse tiefer, hat aber eine ähnliche Körpergröße.
Neben einer starken Platzierung bei den EUC hat er schon das nächste große Ziel im Blick: „Ich möchte auf jeden Fall bei den nächsten WUC in Bangkok teilnehmen. Dafür heißt das für mich: bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften (DHM) gut abschneiden – idealerweise wieder gewinnen.“
Wenn ihr ebenfalls Interesse an den Hochschulmeisterschaften habt, wendet euch direkt an unser Sportinstitut (Mail einfügen). Voraussetzung ist, dass ihr eine klassische Sportart des Allgemeinen Deutschen Hochschulsports (ADH) ausübt. Mit Titel oder Podiumsplatz bei den DHM könnt ihr euch beim ADH um einen internationalen Startplatz bewerben. Die TU Clausthal unterstützt euch gern beim Prozess.
Ihr habt Fragen, Anregungen oder einen Themenvorschlag für einen Blogbeitrag? Dann schreibt uns eine E-Mail: blog@tu-clausthal.de